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Gepostet by on 12. Januar 2004 in 2004 | Keine Kommentare

Sardinien

Sardinien

Mit dabei:

  • Werner auf  Honda XX Blackbird
  • Manfred Z.  auf Honda VFR
  • Hermann  auf BMW K1200
  • Manfred und Maria auf  CBR 600.

Herzlichen Dank an unseren Reiseplaner Manfred Z., der Kurven und Kultur genial kombinierte. Danke ebenso an Hermann, der seine km-genauen, detaillierten Reiseaufzeichnungen zur Verfügung stellte. Danke an Werner, unseren Vorfahrer, der von diversen Umständen ziemlich geprüft wurde, dabei aber niemals seine gute Laune verlor und sehr flott, dabei gleichzeitig sehr sicher unsere Gruppe anführte.

Werner wurde leider kurz nach unserer Reise von einem unvorsichtigen Autofahrer schuldlos in den Himmel geschickt.
Wir vermissen ihn sehr.

Die Reiseroute mit kurzem Bericht von Hermann

Gallneukirchen – Unterlaussa

Endlich geht unsere Reise nach Sardinien los. Der erste Tag führt uns mittags von Gallneukirchen, Grünburg, Altenmarkt, nach Unterlaussa am Hengstpass.

Tag 1: Unterlaussa – Riva

Um 6 Uhr geht es nach dem Frühstück von Unterlaussa aus los:

Phyrnpass, Mauterndorf, (In Obertauern Schneefahrbahn am 24. Mai! und sehr sehr kalt) Katschberg, Gmünd, Seeboden, Möllbrücke, (ab hier gibt es Schönwetter) in Lienz machen wir Kaffeepause, Silian, Innichen, Toblach (durchs Höllental nach Schluderbachblick  zu den Drei Zinnen). Das Wetter wird immer schöner.
Cortina d’Ampezzo (hier geniessen wir den ersten italienischen Kaffee), Falzarego-Paß, Arabba, Pordoijoch, Canazei, Fasstal, Moena Cavalese, Neumarkt, Salurn Lavis, Trento, Vezzano dro Arzo, Riva.

Übernachtung im Hotel Vilpiano um € 34,- mitten im Zentrum von Riva.

Es war ein Tag mit vielen schönen Kurven, der erste von weiteren sehr schönen Tagen.

Tag 2: Riva – Livorno

Die Abfahrt wurde um 1 Stunde verschoben, da Werner seine CBR 1100 gegen Diebstahl mit dem Bremsscheibenschloss gesichert hatte, den Schlüssel aber zu Hause auf seiner R1 gelassen hat. Deshalb wurde das Schloss mit einer Flex aufgeschliffen – so etwas um 8 Uhr morgens zu besorgen ist nicht so einfach. 

Die Route heute: Riva,Limone, Toscolano, Volbiano, Brescia, Cremina, Parma. Bei Ponremoli auf der Autobahn bei ca. 160 km/h beginnt die Honda von Werner, der als erster fährt, fürchterlich zu rauchen, ohne dass er es merkt. Wir befürchteten einen schweren Motorschaden. Als wir ihn stoppen konnten, war der Hinterreifen bereits voll Öl. Die Ursache war ein Riss  im Ölfilter. Dieser Nachbaufilter war kurz vorher beim Service in einer Fachwerkstätte anstelle des Originalen eingebaut worden! Jetzt hatten wir etwas Zeitdruck, denn einerseits war ein Bike kaputt, andererseits wartete die von uns Monate vorher gebuchte Fähre in Livorno sicher nicht auf uns. Mit dem Verbandszeug klebten wir provisorisch den heißen Filter und trennten uns.

2 Bikes fuhren nach Livorno, 2 suchten eine Werkstatt. Die Besichtigung von Cinque-Terre und Pisa fiel aus. Unterwegs nach Livorno verfuhren wir uns einige Male. Um 18 Uhr trafen wir uns wieder in Livorno  beim Fährenterminal, alles war wieder ok, wir hatten einander einiges zu erzählen.

In der Zwischenzeit genossen wir dann einen Kaffee in  der Sonne. (Als die beiden endlich eine Werkstatt fanden, waren nur noch 0,3 L Öl im Motor!!! eine Honda ist nicht so leicht klein zu kriegen.) Als wir auf der Fähre  geparkt hatten, brach Werner dann noch der Schlüssel fürs Top Case im Schloss ab, er konnte nicht mehr rein, bekam das Top Case auch nicht mehr von der Maschine. 

Mit Leihkleidung  versorgt, trafen wir uns auf ein paar Gläschen in der Bar. Nerventest bestanden. Das Bier und das Abendessen auf dem Schiff schmeckte uns dennoch sehr gut, ebenso der Kaffee. Wir haben ausgezeichnet geschlafen. Es war geringer Wellengang während der Überfahrt.

Tag 3: Olbia – Alghero

6 Uhr Ankunft  im Hafen von Olbia, Sardinien; ausgeruht und fröhlich.

7 Uhr Abfahrt: Porto Cervo (Costa Smeralda), Arzachena, Palau (Bärenfelsen), Capo d’Orso, Santa Teresa di Gallura, Capo Testa (Leuchtturm), Tempio Pausania (Wir besichtigen ein Nuraghe  Majori), Monte Limbara (Aussichtsberg), Berchidda, vorbei am Lago del Conginas über eine große Brücke, Oschiri, Kirche bei Trinità di Saccargia, Sassari, Alghero.

Wir quartieren uns am Stadtplatz für 3 Tage ein, speisen sehr gut und unterhalten uns wunderbar, lachen viel.

Tag 4: Rund um Alghero

Ohne Gepäck gehts nach Sassari, Castelsardo (Besichtigung der Citadelle, viele Menschen), La Roccia dell Elefante (Elefantenfelsen), Capo Caccia (Grotte  di Neptuno , 656  Stufen runter und wieder rauf, es war sehr warm. Die Höhle ist auch mit dem Schiff erreichbar erstreckt sich über 2,5 km, die Führung geht jedoch nur 250m), dann geht es nach Algero . Abends Stadtbesichtigung.

Wie immer in Italien, speisen wir auch heute wieder vorzüglich. Ich habe bereits ein wenig zugenommen.

Tag 5: Rund um Alghero

Nur mit den Badesachen im TC geht die Fahrt zu der alten 12-bögigen Steinbrücke, in Palmavera wird wieder ein Nuraghe besichtigt. Wir besichtigen auch 3000 Jahre alte Gräberfelder. Nachmittags ist Badezeit in der Nähe von Alghero. Sehr gutes Abendessen, ein wenig rote Haut, durch die Sonne am Badestrand in der Nähe von Alghero.

Tag 6: Alghero – Iglesias

Die Fahrt geht nach Bosa Marina, weiter zu Ausgrabungen  in Tharros. Vorbei geht es an einer Halbinsel, die wie ein U-Boot aussieht. Dann zum Strand  in Costa Verde (Sanddünenlandschaft), 2 Flussdurchquerungen mit ein wenig Angst auf die Jacke zu fallen, dann eine Sandstrasse mit sehr feinem Sand – nicht ganz ungefährlich, dezentes Schlingern ist angesagt. Wir bleiben zum Sonnen 3 Stunden an diesem schönen Strand. Das Meer hat ca. 18 Grad. Später bietet die Strecke super Kurven, super Straßenbelag.

Bei der Rückfahrt kamen wir an einem verlassenen Bergwerk vorbei, das ein wenig an Weisswasser (das ist ein Ort nahe Unterlaussa) erinnert.

Weiter geht es bis Iglesias, Übernachtung im 3 Stern Hotel im Zentrum, Stadtbesichtigung und Abendessen.

Tag 7: Rund um Iglesias

Heute geht unsere Fahrt zur Insel S. Antonio, weiter zum Badestrand an der Südspitze von Sardinien, Costa del Sud. Nachmittags zurück nach Iglesias, die BMW braucht neue Reifen, kein Geschäft gefunden.

Der Straßenbelag hat außerordentlich viel Grip (tw. sind gemahlene Muscheln darin verarbeitet), sämtliche Strassen sind sauber, ohne Steinchen, zum Fahren einfach herrlich, supergut und Kurven ohne Ende!!! An den Reifenflanken stehen die Gummiflankerl weg. Wir besichtigen  verschiedene Kultstätten und das Dorf der vielen Bäche.

Tag 8: Iglesias – Tortoli

In Cagliari bekommt die BMW 2 neue Reifen um € 370,-!! Sehr teuer, nutzt alles nichts, war notwendig.

Weiter Richtung Villasimus, bei einem gemütlichen Mittagskaffee stellen wir fest, dass 3 von uns (meinen Pass hat meine Holde mitgenommen) den Reisepass im Hotel in Iglesias zurückgelassen haben. Werner, der die schnellste Maschine und Ringerfahrung hat, fährt mit seiner XX die 150 km zurück, dann wieder 300 km in südliche Richtung und wir treffen einander müde, aber glücklich wieder in Arbatax und genehmigen uns ein Bier, oder zwei.

Wir haben in Tortoli ein nettes, günstiges Hotel gefunden und bleiben. Beim Abendessen haben wir viel Gesprächsstoff.

Tag 9: Tortoli – Arbatax

Besichtigung Nationalpark in Gennargentu, über Seul, Aritzo bis Fonni und wieder zurück zum roten Felsen in Arbatax. Sehr schöne Gegend, viele Gegensätze in der Landschaft.

Tag 10: Arabtax – Nuoro

Fahrt über Braunei nach Dorgali, von da zum Golfo di Orosei mit dem grossen Badestrand.

Dann ins Landesinnere über Oliena nach Orgosolo (schöne  Wandgemälde).

Im Reiseführer steht “Das Dorf der Diebe”. Das können wir bestätigen. Während unserer Stadtbesichtigung, wurden 2 unserer Helme und die darin aufbewahrten Handschuhe geklaut , der vorher belebte Parkplatz war menschenleer. Hermann war besonders sauer, da sein neuer,14 Tage junger Schubert Helm mit Sonnenbrille, auch weg war.
Den alten Hut hatte er 14 Jahre, den hätte hier sicher niemand gebraucht!
In der nächsten Stadt in Nuoro machten wir vorzeitig einen Stopp, um Helme zu kaufen. Wir warteten 1 Stunde vor dem Geschäft, bis wir feststellen dass leider an diesem Tag geschlossen (Staatsfeiertag) war, so blieben wir über Nacht.

Werner und ich besichtigen den Aussichtsberg. Ein paar Biere haben uns den Verlust nicht wirklich vergessen lassen.

Tag 11: Nouro – Olbia

Morgens um 9 Uhr kauften wir Helme etc. ein, war aber doch deutlich teurer als bei uns.

Dann ging es zum Strand von Capo Comino zum Sonnenbaden. Am späten Nachmittag ging es bei starkem Regen Richtung Olbia zum Fährhafen, den wir um 22 Uhr per Schiff verlassen hatten Richtung Livorno.
In der Stadt haben wir noch gegessen, weil wir dachten, auf dem Schiff wäre es teurer und nicht so gut, aber es war genau umgekehrt!
Sehr nette Unterhaltung an Board. Auch auf der Rückfahrt haben wir sehr gut geschlafen; es waren wieder kaum Wellen.

Tag 12: Livorno – Venedig

Um 8 Uhr sind wir in Livorno angekommen, sehr schönes Wetter.

Wir sind unterwegs Richtung Toskana. Toltera wird besichtigt, dann San Gimignano  mit den Geschlechtertürmen, in der wunderschönen Altstadt essen wir zu Mittag. Weiter nach Ferara, dann Mestre auf der Autobahn bis nach Venedig.
Bei einer Abzweigung auf der Autobahn wurde unsere Gruppe getrennt, aber nach 2 Stunden und ca. 90 km Umweg haben wir wieder zueinander gefunden und uns sehr gefreut. In Venedig ist es sehr schön, wir wollen morgen die Stadt besichtigen.

Tag 13: Venedig – Gallneukirchen

Leider regnet es morgens in Venedig, so lassen wir die Stadtbesichtigung ausfallen, wir wollen jedoch wiederkommen.

Über Udine geht es Richtung Heimat. Dann Klagenfurt, St. Veit, Hohentauern (Triebener Tauern) Phyrnpass nach Linz. In Ansfelden bei Linz stelle ich mein Bike in die Garage meines Bruders und fahre mit seinem Auto heim: Der hintere Reifen ist zu sehr abgenützt. Nächsten Tag wird ein neuer Reifen montiert, und dann ist auch das Bike wieder zu Hause in der Garage.

Resumee

  • Die Strassen, die Kurven auf Sardinien sind ein einmaliges Erlebnis, da muss man gewesen sein.
  • Die Leute sind sehr nett, auf sein Gepäck muss man allerdings wirklich aufpassen. Uns ist vorher noch nie was geklaut worden.
  • Die Fähre mit Kabinen hat Manfred S. für uns 3 Monate vorher gebucht, das kann ich nur empfehlen.
  • Vor der Fahrt nach Sardinien unbedingt neue Reifen montieren! Der von mir verwendete Reifen Michelin Pilot Sport, ist allerdings kein Tourenreifen und war nach 4200 km absolut verbraucht! Das Land ist sehr sauber, kein Steinchen auf den Strassen.
  • Reisezeit sollte Mai/Juni sein, der Verkehr nimmt später deutlich zu. In den Bergen ist es kühl bis kalt, am Strand heiß, große Gegensätze von Temperatur und Landschaft. Keine Probleme mit Gelsen oder Polizei.

 

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