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Gepostet by on 12. Januar 2005 in 2005 | Keine Kommentare

17 Tage durch Skandinavien zum Nordkap

17 Tage durch Skandinavien zum Nordkap

An dieser Stelle herzlichen Dank an Roberto aus Pottsdam, der mich mit vielen Infos versorgte.

Reiseroute, Zeitaufwand 3 Wochen


11.07.2005 – 27.07.2005

Tag 1:  Gallneukirchen – Potsdam (BRD) 703 km
Tag 2:  Potsdam – Rostock 235 km Einschiffen 19:00, 21:00 Abfahrt nach Hanko
Tag 3:  Hanko (FIN) – Lahti Mukkola 214 km 23 Stunden mit der Fähre, Ankunft 19 Uhr in Hanko, und ab die Post. (max. 100 km/h)
Tag 4:  Lahti – Oulu 511 km Richtung Norden, Übernachtung auf Campingplatz
Tag 5:  Oulu – Inari 550 km Jotillo, Saaisälka, Kaunispää – Aussichtsberg,
Tag 6:  Inari – Mageröya (NORGE) 388 km Inarisee, Aussichtspunkt, Bärenhöhle, Lakselv (Norwegen) Olderfjord, Porsangerfjord, Nordkapptunnel, Mageröya (Campingplatz), Nordkap, zurück zu Campingplatz
Tag 7:  Mageröya -Tromsö 550 km Museum in Alta, Felszeichnungen, Kurzstrecke, 2 x Fähre Olderdalen-Lyngseidel, Svensby-Breivikeidet nach Tromso Besichtigung Hausberg mit Seilbahn am Abend
Tag 8:  Tromsö – Narvik 334 km – Besichtigung Polaris Museum
Tag 9:  Narvik – Bodo 423 km Atlantikküstenstraße, Lofoten, Fähre geht um 21.00 nach Bodo
Tag 10: Bodo – Bojarleinen, 332 km, 60 km nach Mosjoen wieder über Polarkreis
Tag 11:  Mosjoen – Oppdal , 511 km Besichtigung Trondheim, Dom, Holzschiffswerft, Fischmarkthalle
Tag 12: Oppsdal – Flam 570 km Trolligsten, Geiranger
Tag 13:  Flam – Jorbeland 445 km, Preikestolen, Besichtigung Lachscenter
Tag 14: Jorbeland – Hamnes 210 km, über Stahlheimkehren nach Voss, Lysefjord nach Lysobotn, Valle
Tag 15:  Hamnes – Hirtshals (DK) – Skomderborg: 65 km in Norwegen nach Kristiansand, mit Fähre 4 Stunden nach Dänemark. Dann noch 220 km bis zum Campinglatz am See in Skomderborg
Tag 16:  Skomderborg (DK) – Erlangen (BRD), 904 km
Tag 17:  Erlangen – Gallneukirchen (A), 415 km
Tag 18:  Abschlußrunde: Gallneukirchen – Maria Zell – Wildalpen- Gallneukirchen (230 km)


Packliste

Man nimmt immer zuviel mit; so war es auch bei dieser Reise.
Das Weglassen ist die eigentliche Kunst des Packens. 

Linker Seitenkoffer (günstig: schwere Sachen – tiefer Schwerpunkt)
Benzinschlauch (Extrafach), Reserve Handschuhe, Getränke (0,5 L Bier kostet ca. 8 € oben), elektr. Luftpumpe. Insektenspray wird, wenn notwendig, vor Ort gekauft.

Rechter Seitenkoffer (günstig: schwere Sachen – tiefer Schwerpunkt)
Arzneimittel (Magnesium, Durchfall, Zovirax), ev. Schnaps (oben sehr teuer), Besteck, Handtücher (ein kleines und ein großes), Luftmatratze, Tempos, Reifenflickzeug ,Gewebe Tesa, Wäscheleine, Waschpulver.

Topcase (Topcasetasche wird in Schiffskabine bzw. Unterkunft mitgenommen)
Ladegerät für Camcorder, Ladegerät für Telefon, Digicam, Telefon, Camcorder, Feuerzeug, MP3 , Brillenputztücher, Reiseroutenplan und ausgedruckte Straßenkarten, Fährkarten (Extrafach), Socken, Hemden, Badehose, Unterwäsche, Jacke, Jogging-Schuhe, T-Shirts, GW-Kappe, Pullover, Toilettzeug.

Rolle auf Topcase (nur leichte Sachen – Seitenbalance)
Zelt (als Alternative, wenn wir keine Möglichkeit zur Übernachtung finden), Schlafsäcke,

Am Körper
Geld, Reserveschlüssel und Papiere für Motorrad, Reisepass (kein Personalausweis)

Tipp: Empfehlenswert ist Goretex Kleidung, damit entfällt das oftmalige Umziehen bei Regenschauern. Die Strassen sind in Skandinavien sehr gut beschildert, besser als bei uns.

In den Tunnels ist die Strasse oft sehr rutschig, es ist dunkel, auch die Richtung des Tunnels ändert sich manchmal gleich nach dem Einfahren.

Zeltplatz:
um die 8 – 10 € pro Pers.
Wir mieteten die Hütten, die immer zur Verfügung standen, in der Hauptreisezeit ist es günstig, bereits um 16 Uhr einzutreffen, um noch Platz zu finden.

Schlafsack:
Unsere haben Komfortbereich – 18 Grad, ein Weihnachtsgeschenk meiner Eltern.

Links:
Buchung der Fähre
Kosten, Buchung Autoreisezug
WebCams
WebCam in Hanko


Vorwort

Ich wollte unbedingt einmal während der Zeit der Mitternachtssonne mit dem Bike zum Nordkap. Nach diversen Recherchen im Net stand die Route fest, bei der auch die kulturelle Seite nicht zu kurz kommen sollte. Gleichzeitig liefen die Vorbereitungen wie z. B. Konstruktion und Fertigung Zusatzgepäckträger – natürlich verchromt, Einbau Navi (+ Karten für Scandinavien), Einbau CD/MP3 Player, an. Fixierung des technischen Servicetermines im Mai, incl. neuer Reifen. Die Vorbereitungen haben sich ausgezahlt, es gab keine einzige technische Panne.

Tag 1: Gallneukirchen – Potsdam, 703 km

Um 6:00 Uhr sind wir startbereit.
Die Maschine ist vollgepackt bis oben hin. Die 48 Dosen Bier brauchen halt viel Platz , die Goldwing hat ihn, aber es war trotzdem knapp. Wie sich herausgestellt hat, haben wir genau die richtige Kleidung in der richtigen Menge mitgehabt.
Das Fahren mit der schweren Maschine habe ich mir schwieriger vorgestellt, nach einer Gewöhnungszeit von einer halben Stunde war es wie immer. Um 6:30 Uhr ging es endlich bei schönem Wetter und km Stand 23700 von Gallneukirchen Richtung Potsdam los. Ab Regensburg regnete es leicht. In der Gegend von Hof war es bitter kalt und feucht; danach wurde es besser. Wie geplant haben wir in Potsdam übernachtet.

Nach einer Stadtrunde haben wir uns in der Nähe des Schlosses ein Quartier gesucht. In der Brauerei waren wir essen, es war sehr gut, das trübe Bier ebenso. Das zu Hause vergessene Handy haben wir nie gebraucht.

Sprit: 60,- €
Übernachtung: 50,
– €

Tag 2: Potsdam – Rostock, 235 km

Um 7 Uhr gibt es Frühstück, dann fahren wir nach Berlin und besichtigen das Brandenburger Tor, vor dem blinde Menschen mit Fahrschulautos üben.
Danach geht es nach Rostock zum Fährhafen; das Wetter ist wechselhaft, aber es regnet nicht; gegessen haben wir im Bistro im Hafenbereich.

Unglaublich viele LKW verlassen das Schiff. Die Fähre hat um 21 Uhr pünktlich abgelegt. Die auf dem Schiff uns zur Verfügung gestellten Gurte zur Befestigung des Bikes sind wie neu. Wir binden das Fahrzeug selbst an.

Nach dem Duschen geht es zum Abendessen. Im Schiffsrestaurant ist um einen Pauschalbetrag von € 15 das schön hergerichtete Buffett verfügbar. Das Bier schmeckt gut, Preise wie zuhause.
Wir schlafen ausgezeichnet in unserer Kabine. Ruhige See.

Tag 3: Hanko – Lahti Mukkola, 214 km

Wir sind den ganzen Tag auf dem Schiff und genießen die warme Sonne. Das Meer ist ruhig. An Bord gibt es einen Internet Zugang, der erste Bericht wird geschrieben. Die Kabine können wir bis 1 Stunde vor Ankunft behalten. Als wir uns dem Land nähern begrüßen uns kleine, bunte Häuser.
Vor der Küste sind viele kleine Inseln – Schären. Wir fahren nach dem Ausladen der Bikes Richtung Lahti. Es ist sehr warm und blauer Himmel. Von Föhrenwäldern gesäumt, führt die Strasse ziemlich gerade, aber hügelig, Richtung Helsinki. Es duftet wunderbar. Alle paar Kilometer sind Radaranlagen zur Geschwindigkeitskontrolle, alle sind scharf! (Radarwarner ist mit an Bord). 

Das Tankstellennetz ist dicht. Das Fahren mit 80 km/h ist sehr sprit sarend, so dass ich glaube, meine Tankuhr ist kaputt, weil sie nach 100 km noch immer voll anzeigt. Wir fahren weiter als geplant, weil es nicht wie bei uns zu Hause finster wird und wir nicht müde sind.
Um 23.30 erreichen wir den Campingplatz in Mukkola. Die Rezeption ist noch besetzt und wir mieten eine Hütte. In der Nacht regnet es. Die Hütten sind allesamt mit Elektroheizung und einer kleinen Küche ausgestattet.

Die Schlafsäcke werden sich als zu warm erweisen. Aber es kann auch um diese Jahreszeit empfindlich kalt werden, allerdings nicht bei uns.

Übernachtung: NOK 30,-

Tag 4: Lahti – Oulu, 511 km

Um 7.15 fahren wir bei trüben Wetter Richtung Oulu. Um 12 Uhr scheint wieder die Sonne, und das bleibt dann viele Tage so. Die Strassen sind schnurgerade, die Landschaft ist hügelig, der Verkehr gering und wird in den nächsten Tagen immer weniger.

Je weiter wir nördlich kommen, desto länger brauchte das Navi, um nach dem Einschalten die Satelliten zu finden. Beim Zurückfahren vom Nordkap wurde der gegenteilige Effekt festgestellt.  Die Satellitenschüsseln zeigen in Finnland zum Boden, nicht wie bei uns leicht nach oben.

Wieder haben wir abends eine Hütte gemietet, die sich im Laufe der Reise alle als sehr sauber und nett eingerichtet erwiesen. Der Campinglatz ist direkt am Strand. Heute ist wieder Waschtag. Es gibt viele Automatentankstellen, günstig sind 10 € Scheine in der Börse.
Ein paar Bier fehlen schon.

Sprit: NOK 50,45
Übernachtung: NOK 30,-

Tag 5: Oulu – Inari, 550 km

Tagwache um 6 Uhr 30. Abfahrt um 7 Uhr 30 Richtung Inari. Heute haben wir die ersten Rentiere gesehen. 6 km nach Rovaniemi ist das Santa Claus Dorf, das aber geschlossen war.
3 km weiter ist die Arctis Welt , die hatte offen. Eine Besichtigung  ist sehr empfehlenswert. Hier steht ein Wegweiser, der die Entfernungen anzeigt.
Haben den Polarkreis überquert, Karten mit einem Weihnachtsmotiv nach Hause und an Freunde geschrieben, die Polarkreisurkunde erworben.
Wenn man die Karten in einen bestimmten Briefkasten einwirft, werden sie erst am 24. Dezember zugestellt, eine schöne Idee.

Heute haben wir erstmals Lachs  und Rentierwurst gegessen. Die Gegend ist wunderschön, viel Wald, viele Seen sind entlang der Strasse zu sehen. Die Besiedelung ist sehr gering. Auf dem Aussichtsberg Kaunispä ist es in 435 m Höhe 24 Grad warm. Ringsum gibt es noch Schnee, die Aussicht ist wunderbar. An der Goldgräberstadt rechts fahren wir vorbei.

In Inari mieten wir wieder eine Hütte direkt am See. Da wir schon über dem Polarkreis sind, geht die Sonne nicht mehr unter, es bleibt hell, so hell wie bei uns mittags. Um 2 Uhr morgens sind wir wach geworden und sind vorerst der Überzeugung, verschlafen zu haben.
Die Natur ruht nachts, das Wasser des Sees ist um 4 Uhr morgens spiegelglatt, die Luft wunderbar.

Sprit: NOK 40,18,-
Übernachtung: NOK 35,-

Tag 6: Inari – Mageröya, 388 km

Heute starten wir bereits um 7 Uhr. Offensichtlich wirkt bereits die Mitternachtssonne, Das Schlafbedürfnis sinkt zusehends. Das Ziel ist die Nordkapinsel.

Erstmals sehen wir Rentiere. Von Finnland nach Norwegen führt eine lange, schnurgerade Strasse über eine Hochebene. Es sieht aus wie in Kanada. Später, in Norwegen, fahren wir wieder durch eine wunderschöne Landschaft bei Sonnenschein den langen Porsangerfjord  entlang.
Die Straßenverhältnisse sind in Finnland und in Norwegen ausgezeichnet. Die Kurven sind wunderbar rund und rhythmisch zu fahren, eine wirkliche Freude, mein Herz jubelt.
Die Bäume sind verschwunden, es schaut aus wie in der Tundra, Niederwuchs. Wir fahren auf der einzigen Strasse, die zum Nordkap führt, aber es ist trotzdem kein Verkehr. 2 Lange Tunnels führen steil nach unten, unter dem Meer durch, dann wieder nach oben auf die Insel Mageröya; einer davon ist mautpflichtig.

Wir sind kurz nach Mittag auf dem Campingplatz in Honningsvaq eingelangt und mieten eine Hütte. Die ist sogar mit TV, Bad und WC ausgestattet. Nach einer Jause geht es bei schönstem Wetter auf der herrlichen Panoramastrasse hinauf zum Nordkap. Dort ist wieder eine Maut fällig. Es waren sehr wenige Leute da. Nachdem die üblichen  Fotos (bei uns ohne dem sonst üblichen Gedränge) mit der Weltkugel  gemacht wurden, die Gegend ausgiebig betrachtet wurde, ging es die Treppen hinunter zum Vortragssaal. Bei Schlechtwetter wird darin ein Video gezeigt, wie es hier bei Schönwetter ausschaut. Die Ausstellung mit Szenarien von früheren Nordkapreisenden und Waljägern ist kostenlos und sehr interessant.

Oben im Restaurant haben wir Lachsbrötchen, Kaffe und Kuchen gegessen, und wieder einige Karten geschrieben. Im Shop haben wir die Nordkapurkunde erstanden. Es hat 16°, erscheint uns aber wesentlich wärmer.
Als Vegetation gibt es nur kurzes, braunes, zerzaustes Moosgras. Über dem Meer ist es dunstig. Überall liegt noch Schnee. Dann geht es wieder die Superstrasse zurück. Bei der Tankstelle treffen wir einen einheimischen Goldwing Fahrer, der uns ein Restaurant zeigt, in dem wir auf der Terrasse gemeinsam essen. (Beim Tanken wäre mir beinahe meine Maschine umgefallen, Glück gehabt). Um 20 Uhr ziehen von Norden Wolken heran und innerhalb weniger Minuten ist die Sicht oben weg.

Die Busse mit den Touristen von den Schiffen fahren jedoch auftragsgemäß hinauf, eh klar. Da haben wir wieder mal Wetterglück gehabt.

Sprit: NOK 209,-
Übernachtung: NOK 380,-

Tag 7: Mageröya – Tromsö, 550 km

Bei herrlichem Wetter fahren wir um 7 Uhr vom Campingplatz Richtung Alta ab. Hier gibt es viele Flüsse mit Lachsen. Wieder ist eine Maut (114 NOK) durch den 8 km langen Tunnel fällig, der unter dem Meer durchführt. Innen ist es sehr kalt, außen sehr warm. Die Gegend ist so wunderschön, ich weiß nicht mehr, was ich fotografieren soll.
Mit 2 weiteren Fähren erreichen wir um 20 Uhr den Campingplatz in Tromso. Nach dem Abendessen fahren wir um 22.30 mit der Seilbahn (NOK 160,-) auf den Aussichtsberg. Um 24 Uhr trinken wir oben ein Bier.
Das Licht wirft einen eigenartigen Zauber über Tromso und das Meer, es ist faszinierend. Dann fahren wir mit der Seilbahn wieder ins Tal. Um halb 2 Uhr sind wir wieder in der Hütte, aber eigentlich nicht müde.

Sprit: NOK 263,81,-
Übernachtung: NOK 600,-
Fähren : NOK  270,-

Tag 8: Tromsö – Narvik, 334 km

Im Rezeptionsgebäude genehmigen wir uns ein Frühstück. So gestärkt geht es um 10 Uhr über die geschwungene Brücke ins Polaris Museum, sehr empfehlenswert. Viele Studenten feiern den Semesterschluß mit einem Umzug. In der Universitätsstadt Tromso gäbe es noch einige Museen zu besichtigen.
Leider ist dafür heute keine Zeit. Wir fahren Richtung Narvik, das wir bei bedecktem Himmel und leichtem Regen erreichen.
Wir mieten uns eine Hütte. Heute sind wir Selbstversorger und essen zu Hause. Der Ausflug mit der Seilbahn auf den Berg muss wegen des schlechten Wetters entfallen.

Sprit: NOK 128,87 ,-
Übernachtung: NOK 550,-

Tag 9: Narvik – Bodo, 423 km

Um 7.30 geht es wieder weiter. Der berühmte Wegweiser ist leider im Zuge einer Baustelle derzeit entfernt worden. Dicke Wolken hängen am Himmel, aber es regnet nicht. Für eine Stadtbesichtigung ist leider keine Zeit, aber auch das Wetter lädt nicht dazu ein.
Wir fahren Richtung Lofoten ab. Inseln, deren Berge mit Schnee und Eis bedeckt sind, mit blauen und roten Häusern. Die Spitzen der Berge sind im Nebel, das Wetter ist unbeständig, aber als der blaue Himmel kurz aufblitzt, bekommen wir einen besseren Eindruck von dieser gewaltigen Landschaft.

Viele bunte Fischerhäuser sind zu sehen. Auf großen Flächen sind auf Holzgestellen ca. 1m lange Fische zum Trocknen aufgehängt. Um 21 Uhr nehmen wir die Fähre nach Bodo, eine Woche später geht um 16 Uhr auch eine Fähre.
In Bodo um 1.30 Uhr angekommen, übernachten wir zum einzigen mal im Zelt. Der Campingplatz ist direkt in der verlängerten Startbahn des örtlichen Flughafens. Nach einem Schlummerbier schlafen wir ausgezeichnet.

Obwohl es hier deutlich kühler ist, sind die Schlafsäcke noch immer zu warm.

Sprit: NOK 220,61,-
Übernachtung: NOK 130,- (Zeltplatz)

Tag 10: Bodo – Bojarleinen, 332 km

Unsere Tour wird neu ausgerichtet, die ursprünglichen Ziele wieder aufgenommen. Wir fahren Richtung Trondheim. Dieses mal überqueren wir den Polarkreis Richtung Süden. Wir erstehen unser Polarkreiszertifikat und machen die üblichen Fotos mit der Erdkugel. Im Gebäude gibt es eine nette Ausstellung, das Wetter wird zusehends besser. Wir besorgen einen schönen Stein für Martina.

Wir treffen Bayern, die auf dem Weg nach Norden sind und bisher nur schlechtes Wetter hatten.  Die schnurgerade Strasse führt durch ein sehr schönes Hochplateau. Es beginnt wieder zu regnen und es wird kühler. Das Fahren wird so viel abwechslungsreicher und macht auch Spaß. Es ist wenig Verkehr.

Um 5 Uhr abends suchen wir eine Unterkunft und ziehen wieder einmal in eine Hütte ein. Im nahe gelegenen Restaurant wird uns ein vorzüglicher Fisch serviert. Ein paar Bier gehören auch dazu.
Die Hütte steht direkt am Fluss und es ist sehr romantisch. Auch hier gibt es keine Gelsen.

Sprit: NOK 421,57,-
Übernachtung: NOK 280,-

Tag 11: Bojarleinen – Oppdal, 511 km

In Trondheim parken wir direkt vor dem Nidaros Dom, das Navi hat uns prima hingelotst. Wir besichtigen die alte Kirche neben dem Dom mit den 2 hintereinander liegenden Eingängen; anschließend die Speicherhäuser, die sich im Meer spiegeln.
Wir gehen an der Holzschiffswerft  vorbei zur Fischmarkthalle. Dort lassen wir uns fangfrischen Lachs servieren, einfach köstlich. Die ganze Gegend ist voll von ausländischen Restaurants. Beim Obstmarkt kaufen wir frische Erdbeeren, es ist jetzt Erntezeit, sie schmecken vorzüglich.
Am Rückweg kommen wir am Königspalast vorbei, der ganz aus Holz gebaut ist.

Später geht es weiter durch eine waldreiche Gegend nach Oppdal, wo wir wie üblich einen Campingplatz suchen und eine Hütte mieten. Wieder sind wir kaum müde, brauchen sehr wenig Schlaf wegen der Mitternachtssonne.

Diese Jahreszeit muss man unbedingt gesehen haben.

Sprit: NOK 248,90,-
Übernachtung: NOK 280,-

Tag 12: Oppdal – Fläm, 570 km

Um 8 Uhr verlassen wir Oppdal, kehren aber nach 1 km wieder um und nehmen die in der Hütte zurückgelassene Landkarte mit. 

Das Wetter ist bewölkt, aber im Laufe des Vormittags gibt es wieder blauen Himmel. Wir fahren das vom Reiseführer empfohlene wunderschöne, mit vielen Blumen bewachsene, Romsdal Richtung Andalsnes. Wir fahren die zu den Spitzkehren des Trollstigvegen. Die Strasse ist teilweise nass von den großen Wasserfällen. Dann geht es über den Geiranger. Hier liegt noch viel Schnee. Kleine Schneelawinen haben den Schnee auch auf die Strasse gebracht. Die Wolkendecke ist dicht, es ist leicht nebelig. Der See ist noch zugefroren. Die Temperatur ist aber leidlich angenehm. Sogar Radfahrer sind hier oben unterwegs, Respekt! 

Ein Bild vom Trollfjord. Die Gegend ist fantastisch, wir können uns kaum satt sehen. Die nächsten Fähren folgen. Ohne jegliche Wartezeit, das bleibt ab hier so, setzten wir über. Über lange Tunnels (ein Tunnel 8 km, der andere 25 km!) erreichen wir Fläm, das nur per Schiff bzw. diesem langen Tunnel oder Eisenbahn erreichbar ist.

Wir quartieren uns im Campingplatz in einer Hütte direkt in Ort ein. Der Abendspaziergang führt uns in den Hafen, wo große Kreuzfahrtschiffe die Touristen für 2 Stunden ausladen. Es gibt viele Souvenirläden durch die wir bummeln.
Im Restaurant essen wir natürlich wieder Lachs, das Bier dazu schmeckt ausgezeichnet. Heute war wieder Waschtag für unsere Kleidung.

Sprit: NOK 346,70,-
Übernachtung: NOK 400,-

Tag 13: Fläm – Jorbeland, 445 km

Um 7.40 fahren wir nach dem Frühstück Richtung Voss ab, es regnet leicht bis 10 Uhr, dann ist es schön wie immer und heiß.

Dieser Tag bringt uns viele Fähren, viele  Wasserfälle und noch mehr Tunnel. Die schmale Strasse führt in vielen Kurven den Fjord entlang. Nebelbänke liegen dicht über dem Wasser, es schaut sehr mystisch aus; wie immer ist wenig Verkehr, aber aus der Gegenrichtung sind einige Biker unterwegs.
Die Straße führt über Sandeid , Nesvik nach Jorbeland.
Um ca. 15 Uhr sind wir am Parkplatz des Preikestolen und treffen wir einige Biker, die gerade vom Berg herunterkommen.

Da es für einen Aufstieg zu spät ist, mieten wir wieder nahe dem Zentrum eine Hütte. Abends essen wir ca. 18 km entfernt im Lachscenter, das direkt am Meer liegt.
Es schmeckt wunderbar. Der Weiswein, den wir bestellen, passt vorzüglich zum Fisch. Ein Kaffee und eine Schokoladetorte beenden das Essen.

Obwohl das Meer nur 15 Grad hat, baden kleine Kinder darin. Die nette Dame in der Rezeption unseres Campingplatzes bucht für morgen einen Platz auf der Fähre nach Lysebotn. Wir genießen auf unserer Terrasse noch ein wenig die warmen Sonnenstrahlen bei einem Zipfer Bier aus der Heimat.
2 Camper aus Pregarten (Das ist 15 km von unserm Zuhause) treffen mit ihren Wohnwagen ein. Es bleibt sehr lange hell.

Sprit: NOK 229,66
Übernachtung NOK 320,-

Tag 14: Jorbeland – Hamnes, 210 km

Um 9 Uhr holen wir die Reservierungsnummer und fahren bei bedecktem Himmel 25 km zur Fähre, die uns in 2,5 Stunden den 55 km langen Lysefjord nach Lysebotn bringt. Der Kapitän erklärt in 4 Sprachen die Gegend. Wir sehen sogar Robben. Es ist sehr interessant. Am Schiff kommen wir mit einem holländischen Paar ins Gespräch, er fährt eine BMW GS; sehr gut, wie sich später herausstellt; als wir Lysbotn erreicht haben, fahren wir gemeinsam los.

Auf Grund seiner Erfahrung in dieser Gegend ändern wir unsere Route. So wie wir 3 bis 4 Tage nach Südtirol fahren, fahren die Holländer 4 Tage nach Südnorwegen. Die Strasse von Lysbotn ist mit den steilen Kehren sehr zu empfehlen und wir genießen  jeden Meter und gasen richtig an.
Dieser Tag schenkt uns wunderschöne Kurven in einer eindrucksvollen, einsamen Landschaft. Dann trennen sich leider unsere Wege. Um 17 Uhr finden wir ein direkt am See gelegenes Restaurant.

Wir mieten eine Hütte, die beste auf unserer bisherigen Reise, ausgestattet mit offenem Kamin, Ledersitzgruppe und sämtlichen Küchengeräten, Fußbodenheizung im Bad etc.
Im Restaurant gibt es köstlichen Fisch, dem wir nicht widerstehen können, dem Kuchen ebenso wenig.

Sprit: NOK 115,-
Übernachtung: NOK 350,-

Tag 15: Hamnes – Hirtshals (DK) – Skomderborg, 285 km

Bei Sonnenschein bummeln  wir los Richtung Kristiansand.  Nach dem gestrigen „schnellen Tag“ eine nette Abwechslung. Es hat 23 Grad. In Kristiansand buchen wir die Fähre. Während der 3 Stunden Wartezeit erkunden wir die schöne Stadt.

Jede Menge Autos warten bereits auf die Fähre. Wir dürfen als erstes Fahrzeug entlang aller Autos und Motorräder auf das Schiff fahren, ein schönes Gefühl.
In der Kapitänslounge verbraten wir beim ausgezeichneten Dinner die letzten NOKs.

In Dänemark angekommen, fahren wir noch 200 km Richtung Hamburg. Beim Tanken finden wir einen Hinweis auf einen Campingplatz, der 15 km entfernt direkt am See liegt.
Wir bekommen eine große, gepflegte Hütte, und bestellen für morgen frische Brötchen zum Frühstück. Um 4 Uhr 15 sind wir beide wach.
Es ist taghell in unserem Schlafzimmer, obwohl wir uns längst wieder südlich des Polarkreises befinden. Hier wird wieder mit Euro bezahlt.

Sprit: € 25,-
Übernachtung: € 80,-

Tag 16: Skomderborg (DK) – Erlangen, 904 km

Das Wetter ist gut, heute ist Kilometer-fressen angesagt. Auf der Autobahn geht es durch Dänemark, über Kassel nach Erlangen. Ein langer Weg, mit teilweise dichtem Verkehr nahe den Großstädten. So nach und nach sind wir 10 Motorräder, die Richtung Süden fahren. So ist es auch viel abwechslungsreicher.
Zeitweise steht die Nadel bei 180 auf dem Tacho, mit der voll beladenen Maschine macht es aber nicht wirklich Spaß, denn das Fahrwerk ist absolut an seinen Grenzen und manchmal schlingert sie ziemlich.
Bei dem Tempo verbraucht die Maschine deutlich mehr Sprit. In Erlangen fahren wir um 17 Uhr zum Tanken von der Autobahn und suchen anschließend ein vom Tankwart empfohlenes Hotel, das uns gut gefällt. Nachdem wir geduscht und umgezogen sind, spazieren wir durch die Stadt.

Beim Kirchenwirt mit seinem schönen Gastgarten und den Kastanienbäumen kehren wir ein. Hier gibt es richtig gutes Bier und noch besseres Essen.

Als wir später zu unserem Hotel zurückkehren, sind wir trotz der langen Fahrt noch nicht müde, also gibt’s zum Abschluss noch eine Käseplatte und Wein im Terrassengarten.

Sprit: € 86,75,-
Übernachtung: € 60,-

Tag 17: Erlangen – Gallneukirchen, 415 km

Um 8 Uhr geht es nach dem ausgiebigen Frühstück wohlgelaunt wieder los. Das Wetter ist schön, die Temperatur fast schon zu hoch. In gemäßigtem Tempo geht es die letzten Kilometer über Regensburg, Passau, Linz ohne besondere Ereignisse nach Hause.
Keine Panne trübte unsere Reise. Die Reifen sind immer noch tadellos gut für 6000 zu fahrende km.

Diese Maschine ist ideal für lange Touren, das Sitzen auf langen Strecken ist sehr komfortabel. Bei Regenwetter habe ich die Scheibe so weit abgesenkt, um oben drüber sehen zu können. Mit meinem Klapphelm war eine ausgezeichnete Sicht möglich ohne vom Regen wirklich gestört zu werden.

Wohlbehalten und reich an Erinnerungen und an Erfahrungen sind wir wieder zu Hause.

Eine abschließende Tagestour führt uns dann zum Erlaufsee nach Maria Zell. Unseren Kaffe und Kuchen bestellen wir wie üblich im Cafe direkt gegenüber vom Dom. Nach der Pause geht es weiter nach Wildalpen und durch das Ennstal wieder nach Hause. Und wir stellen gemeinsam fest: Die Landschaft in Österreich ist auch wunderschön.

Das Nordkap während der Mitternachtssonne ist aber wirklich eine Reise wert. Die gefahrenen Tagesetappen waren nie zu lange, es war immer spannend und schön. Einzig ein paar kulturelle Highlights wären in unsere Reise noch einzubauen gewesen.

Bis zum nächsten Mal Skandinavien!

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